.. die geschichte eines rosa pianos in der aorta des lebens...
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Altes neu aufgelegt.. *

Ein kleines Zimmer, lediglich beleuchtet von einer unscheinbaren alten Schreibtischlampe, die trotz ihrer Schäbigkeit immer noch ein angenehmes Licht verbreitet. Das Gesicht des Schreibers gefärbt in verschiedene Rot-, Gelb- und Braunnuancen, starr auf das Papier gerichtet. In der Brille spiegeln sich beschriebene Zeilen, und ehe man sich’s versieht, zieht ein filigraner grauer Schleier Zigarettenrauchs vorbei und legt sich für kurze Zeit auf das Spiegelbild.
‘Gott, wie gern würde ich rauchen können!’ schießt es mir durch den Kopf, als ich mich an meinen Laptop setze und das Bild von einem Schriftsteller bei der Arbeit an meinem geistigen Auge vorüber ziehen lasse.
Den Rauch tief und genüsslich, aber dennoch konzentriert auf das Schreiben, einsaugend, um ihn dann langsam und nahezu ekstatisch erotisch aus Mund und Nase ziehen zu lassen.
Seltsamerweise muss ich dabei immer an Romy Schneider denken, in einem ihrer 70er Jahre Filme. Eine unglaubliche Frau, die, je älter und reifer sie wurde, schöner und anmutiger erblühte. Faszinierend.
Was er wohl macht? Ob er auch wieder vor seinem Computer sitzt, und kleine literarische Meisterwerke schafft?
‘Mensch Kerl, Du gehst mir nicht aus meinem Kopf!’ Hör ich mich laut ausrufen, und blicke mich dabei unsicher um, ob mich ja keiner gehört hat. Natürlich, hat mich keiner gehört, aber dennoch fühle ich mich ab und an dazu angehalten meiner paranoiden Ader zu frönen, um dann im nächstfolgenden Augenblick mich über mich selbst lustig zu machen. “Kein guter innerer Dialog!” hör ich Christopher schon sagen.
Ich schaue aus dem Fenster. Erwartungslos, wie immer und kann mich dennoch an der sich vor mir erstreckenden Landschaft aus kahlen “Scherenschnittbäumen”, Autos und vieler Gebäude erfreuen.
Kermit sitzt wie immer auf meiner Sound-Box und lacht mich auf seine Muppet-Art an. Ich muss grinsen, aber mehr über mich. ‘Mensch, Du gehst mir echt nicht mehr aus dem Kopf!’
Ich öffne die Balkontür, stell mich raus, und mehr denn je, hab ich wieder mal das Bedürfnis zu rauchen. Ein meines Erachtens nach adäquater Moment, um sich den Tabakgenüssen hinzugeben.
Ich reflektiere das Wochenende. ‘Hm, wie schön. Wie schön er war. Ganz anders. Ein Brummbär. Lustig! Er sieht nicht mal wie einer aus. Hätte ich ihn berühren sollen? Ich saß, lag neben ihm. Auf dem Bett. Ganz nah. Ich konnte ihn deutlich wahrnehmen. Wie gern hätte ich ihn berührt. Nur berührt. Ganz leicht! Meinen kleinen Finger auf sein Ohrläppchen gelegt. - Wieso eigentlich das Ohrläppchen? - Hätte er es zu gelassen?.. ‘
Ich begebe mich wieder an meinen Schreibtisch, ziehe an einer imaginären Zigarette, und blase den imaginären Rauch bedächtig aus. Ich reibe meine Nase, gehe mir mit meinen Fingern der rechten Hand durchs Haar und nehme einen tiefen Schluck Wasser.
‘Er saß neben mir und las Günther Eich!’ Ein Lächeln gleitet über mein Gesicht.


( irgendwann irgendwo und mit irgendwem..)
8.8.07 20:57
 


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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


biesi (10.8.07 02:02)
telefonieren. unbedingt. sofort. muss alles. wissen. neugier.

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